Raum lassen. Raum schaffen.

Logo Quasi-Verlag

Kul­tur mahlt. Sie nimmt, was fest und spitz ist – Mei­nun­gen, Über­zeu­gun­gen, Welt­bil­der – und arbei­tet dar­an, lang­sam, unauf­hör­lich. Nicht um zu zer­stö­ren, son­dern um zu ver­fei­nern. Was Ecken ver­liert, gewinnt Sicht­ach­sen — und je fei­ner die Auf­lö­sung, des­to mehr zeigt sich. Das Korn wird nicht ver­nich­tet: es wird zu Mehl, Stoff für Neu­es.

Mah­len braucht Zeit. Und Begeg­nung. Was sich nicht berührt, bleibt wie es ist — Mei­nun­gen unter sich, Welt­bil­der unbe­fragt. Erst im Kon­takt ent­steht Rei­bung, und erst durch Rei­bung: Ver­wand­lung.

Ven­tura öff­net. Was ein­trifft, war nicht gesi­chert; was ent­steht, war nicht vor­ge­schrie­ben. Das viel­leicht auch Mög­li­che taucht auf — nicht als Stö­rung, es ist ein Ange­bot. Wer bereit ist, neu zu sehen, weil sich neu zu Sehen­des zeigt, gewinnt Spiel­raum. Nicht trotz der Unge­wiss­heit — durch sie.

Offen­heit ist kei­ne Metho­de. Es ist eine Hal­tung. Das Latei­ni­sche klingt noch durch: das Kom­men­de, das Wag­nis, die Bereit­schaft, dem Unbe­stimm­ten nicht aus­zu­wei­chen. „Ad ven­tura!“ — auf­bre­chen, ohne den Weg genau zu ken­nen, doch nicht ohne Ori­en­tie­rung. Für Ori­en­tie­rung sor­gen nicht nur Son­ne, Mond und Ster­ne. Auch: Kul­tu­ren.

Zwei Pro­jek­te, eine Hal­tung:

Das eine ent­wirft — pri­vat­den­kend, ohne insti­tu­tio­nel­len Auf­trag, sub­jek­tiv und unter­wegs. Anfän­ge set­zen: Schat­ten wer­fen, ahnen las­sen, andeu­ten; Gedan­ken ent­wer­fen, die wer­den wol­len.

Das ande­re ver­fer­tigt — gibt Gedan­ken Gestalt, bin­det sie an eine Form. Nicht weil sie fer­tig sind, son­dern weil sie reif sind, Ver­ant­wor­tung für sich selbst zu über­neh­men.

Bei­de Male die­sel­be Über­zeu­gung: Per­spek­ti­ven wach­sen nicht durch Bestä­ti­gung, son­dern durch Begeg­nung. Durch das, was man noch nicht gedacht hat. Durch Stim­men, die anders klin­gen als die eige­ne.

Raum las­sen für Andere(s). Und so Raum schaf­fen für das, was aus der Begeg­nung mit Ande­ren und Ande­rem ans Licht gebracht wer­den kann und womög­lich ver­mag, die Welt anders zu machen.

Wo sich Kul­tur mit Ven­tura trifft, beginnt das Den­ken zu gestal­ten.

Kultur·Ventura ist ein Pro­jekt von Vol­ker Homann

Fragen? Reden wir d’rüber!